
"SILHOUETTEN" aus dem Offenen Atelier
Silhouetten von Menschen - auf Packpapier gemalt, aus Wellpappe geschnitten, aus Karton gerissen: Schattenrisse, lebensgross.
Einer hockt da, die Arme verschränkt zum Dach über dem Kopf, und schaut vor sich hin auf den Boden, wo das Wort “Müll” geschrieben steht - mit Fragezeichen. Ein anderer liegt vor ihm auf dem Boden, die Bierflasche zu seinen Füssen; “Stabile Seitenlage” würde jemand mit Erste-Hilfe-Ausbildung seine Lage kennzeichnen - eine verzweifelte Lage wohl eher: nackt und ungeschützt, ein Pappkarton als Bett.
Daneben kauert einer, da hat der Künstler oder die Künstlerin die Umrisse der Silhouette in konzentrischen Linien zum Inneren der Figur hin sich wiederholend nachgezeichnet: bis ins Innerste, wo ein Knäuel aus orangeroten Linien den Ort des Herzens markiert - inmitten eines ovalen Hohlraums, embryogleich.
Eine vierte Silhouette steht dazwischen, überragt die Kauernden um halbe Körperlänge und doch: ein Falz im Papier lässt auch diese Figur im Wortsinn geknickt erscheinen; die Beine hängen durch wie weiche Knie.
Die Figurengruppe - eine Gemeinschaftsarbeit von Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Offenen Ateliers zusammen mit der psychosozialen AIDS-Beratung der Caritas München - war so zu sehen in der Ausstellung “SILHOUETTEN” auf der letztjährigen Veranstaltung der ATD Vierte Welt Deutschland aus Anlass des “Welttag zur Überwindung der Armut und Ausgrenzung - 17. Oktober”.
Der diesjährige Welttag zur Überwindung der Armut und Ausgrenzung steht unter dem Motto:
“Jeder Mensch ist ein Mensch…
und hat ein Recht auf Menschsein ?!?”
Die Veranstaltung steht unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Christian Ude und findet statt
am 17. Oktober 2008
um 18:00 Uhr
im Zentrum St. Bonifaz, Karlstr. 34, München
Die Münchner Initiatoren, Angelika und Wolfgang Otten, laden alle Interessenten ein, wieder einen Beitrag zum Programm beizusteuern.
Weitere Informationen im Faltblatt oder über das sekretariat@atd-viertewelt.de